Vitaminpräparate sind beliebt. Hersteller, die die Mikronährstoffe verkaufen, werben gerne mit angeblich positiven Effekten. „Kaum ein anderes Vitamin hat einen so starken Einfluss auf dein Wohlbefinden und deine körperliche Leistungsfähigkeit wie Vitamin B12“, heißt es beispielsweise auf dem Gesundheitsportal Foodspring. Von Nebenwirkungen ist auf solchen Seiten meist wenig zu lesen.

Denn für die Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitaminen galt lange: Von den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K sollte man nicht zu viel nehmen. Denn sie können sich im Körper anreichern und dann der Gesundheit schaden. Bei den wasserlöslichen Vitaminen, also Vitamin C und den B-Vitaminen, hingegen galt die Hypothese: Was zu viel ist, wird einfach wieder über den Urin ausgeschieden, ein Schaden sei deshalb nicht zu erwarten. Leider ist es ganz so einfach wohl nicht.

Schon länger gibt es Hinweise, dass man auch B-Vitamine überdosieren kann (The Journal of Nutrition: Giovannucci et al., 2002; International Journal of Cancer: Sanjoaquin et al. 2005). Studien legten nahe, dass Menschen, die B-Vitamine schlucken – ob B6, B9 oder B12 – ein höheres Risiko haben, Lungenkrebs zu bekommen (Jama: Ebbing et al. 2009; Journal of Clinical Oncology: Brasky et al. 2017). Das gilt vor allem für Raucherinnern und Raucher.