Die Szenen wecken grausame Erinnerung an den toten Afroamerikaner George Floyd: Zwei Polizisten halten in einem Video einen Mann auf den Boden gedrückt. Einer kniet mit seinem Knie auf dem Hals des Festgenommenen. Ein dritter Polizist steht davor und schirmt die Szene in Düsseldorf ab.

Das Video, das am Samstagabend, 15. August, in der Düsseldorfer Altstadt aufgenommen worden sein soll, sorgt bei den Zuschauern für Entsetzen und Wut.

Düsseldorf: Polizist kniet auf Hals von jungem Mann

Im Hintergrund sind die Stimmen von Passanten zu hören, die die Beamten auffordern, von dem jungen Mann abzulassen. „Mach mal dein Knie runter!“, ruft ein besorgter Mann. „Oh mein Gott“ und „Das ist nicht lustig!“, sind zu hören.

Das Video auf Twitter dauert 15 Sekunden. Bei George Floyd waren es acht Minuten…

Laut dem Twitter-Nutzer, der sich àce nennt und das Video hochgeladen hat, waren es insgesamt vier Beamte, die den jungen Mann festhielten. Sie sollen so lange auf ihm gekniet haben, dass ihm die Nase zugedrückt wurde und er kaum noch Luft bekam. Wie der Vorfall endet, ist auf dem Video nicht zu sehen.

Der Beitrag wurde bis zum späten Sonntagnachmittag (16. August) mehr als 2300 Mal geteilt und erhielt mehr als 250 Kommentare.

Video aus Düsseldorf: Erinnerungen an Fall von George Floyd

Die Aufnahme erinnert an die Umstände der Festnahme von George Floyd in den USA. Der Afroamerikaner war bei einem Polizeieinsatz Ende Mai 2020 in Minneapolis getötet worden.

Der Tod Floyds hatte weltweit zu Protesten und der „Black Lives Matter“-Bewegung geführt, auch hier in Düsseldorf gab es Anti-Rassismus-Demos.

Düsseldorf: Was sagt die Polizei zum Knie-Vorfall?

Inzwischen hat sich auch die Polizei zum Vorfall geäußert. „Nach dem derzeitigen Stand hat sich der zugrunde liegende Sachverhalt am Samstag, 15. August 2020, gegen 19.30 Uhr auf der Neustraße in der Düsseldorfer Altstadt zugetragen. Beamte*innen der Polizei Düsseldorf waren zuvor zu einem nahe gelegenen Restaurant wegen einer Gruppe von circa zehn Randalierern gerufen worden“, heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung der Polizei.

Düsseldorfer Polizei: Tätlicher Angriff ging der Maßnahme voraus

Und weiter: „Während der Sachverhaltsklärung vor Ort hat ein offenbar am eigentlichen Geschehen unbeteiligter Jugendlicher die polizeilichen Maßnahmen gestört. Im Rahmen der Personalien-Feststellung kam es durch diesen zu einem tätlichen Angriff auf Polizeibeamte. Im weiteren Verlauf widersetzte sich der Jugendliche und musste dann zur Identifizierung zur Polizeiwache Stadtmitte gebracht werden. Hier wurde er nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in die Obhut seiner Erziehungsberechtigten übergeben.“

Polizeipräsidium Duisburg bewertet jetzt den Fall

Das Video werde nun intensiv hinsichtlich der Art und Weise des polizeilichen Einschreitens analysiert und bewertet, Das wird aus Neutralitätsgründen federführend durch das Polizeipräsidium Duisburg geschehen. (mei)