Anders als Außenminister Heiko Maas gibt die EU-Kommission offenbar Urlaubsreisen ins europäische Ausland noch nicht auf. Brüssel arbeitet offenbar an Vorgaben, unter denen Flüge und Reisen bald wieder möglich sein sollen. Mitte Mai soll das Regelwerk vorgestellt werden.

Beim Fliegen geht es insbesondere um Abstandsregeln auf Airports und in Flugzeugen sowie eine mögliche Maskenpflicht. EU-Verkehrskommissarin Adina Valean sagte gegenüber Reuters, dass zahlreiche Regeln eingehalten werden müssten. Dazu zählten auch Desinfektionsmaßnahmen in den Jets und auf den Airports. Die Richtlinien sollen bis Mitte Mai 2020 beschlossen und veröffentlicht werden. Valean geht davon aus, dass die strengen Vorschriften dann so lange in Kraft bleiben, bis die Menschen gegen Corona geimpft werden können.

Die EU-Kommission arbeitet außerdem an einem Test und „Gesundheitspass“, der bestätigen soll, dass ein Reisender kein Corona hat. Dies hat der griechische Tourismusminister Harry Theocharis gegenüber dem Greek Reporter angekündigt. Tests und Zeugnis lägen dabei in der Verantwortung der Herkunftsländer.

Zweite Rückholaktion wird es nicht geben

Bundesaußenminister Heiko Maas bleibt skeptisch mit Urlaubsreisen im Sommer. Es gebe „im Moment keinen einzigen Hinweis“ darauf, dass man die weltweite Reisewarnung „in absehbarer Zeit“ abheben könne. Der internationale Flugverkehr liege am Boden, die Grenzen seien dicht und es gebe Ausgangssperren. „Und solange das so bleibt, muss man auch davon ausgehen, dass die Reisewarnung, die wir haben, aufrechterhalten werden muss“, sagte Maas in den Tagesthemen.

Gerade erst habe man in vier Wochen fast eine Viertelmillion Deutsche aus aller Welt zurückgeholt. „Wir werden nicht noch einmal eine solche Rückholaktion machen“, stellt Maas klar. Die Menschen müssten auch wieder sicher zurückkommen können. Dafür brauche es aber einen funktionierenden internationalen Flugverkehr, und den gebe es derzeit nicht.