Wie wird Europa in Zukunft aussehen und wo steht Deutschland in der EU? Darüber können wir am Sonntag in zwei Wochen (26.05.2019) mitbestimmen. Dann ist die nächste Europawahl. Der Düsseldorfer Politikexperte Stefan Marschall geht davon aus, dass vor allem rechtspopulistische und Anti-Europa-Parteien Zulauf bekommen werden. Das sei ein generelles Phänomen in vielen europäischen Ländern, so Marschall. Der Grund: Entfremdung. Die Menschen würden sich von den Politikern nicht vertreten fühlen. Deswegen würden vor allem Parteien gewählt, die sich klar gegen die sogenannten herrschenden Eliten stellen. Aus Protest gegen Europa. Außerdem würden viele nicht mehr für eine Partei wählen, sondern vielmehr dagegen. Auch, weil die EU-Wahl als nicht so wichtig wahrgenommen wird. Das sei aber falsch: Themen wie Migration, Daten- und Klimaschutz würden vor allem auf europäischer Ebene geregelt, so Marschall. Etwa jeder achte wahlberechtigte Düsseldorfer hat schon seine Stimme für die Europawahl abgegeben (51.500 von 413.000). Das haben wir beim Wahlamt der Stadt erfragt. Bei der letzten Europawahl (2014) hatte etwas mehr als die Hälfte (53,8 Prozent) der Wahlberechtigten in Düsseldorf abgestimmt. Zu wenig, sagt der Politikexperte.