Tagsüber hui, nachts pfui. Kein anderer Düsseldorfer Ort präsentiert sich so unterschiedlich wie die größte Parkanlage der Landeshauptstadt.

Der Hofgarten: Ein Unterschied wie Tag und Nacht.  Immer wieder kommt es zu schlimmen, gewaltsamen Vorfällen. Die Kriminalität gipfelte nun in  der Gruppenvergewaltigung einer 51-jährigen Frau aus Wuppertal.

Düsseldorf ist geschockt

Der Sommer hat im Hofgarten Einzug gehalten: Die Düsseldorfer flanierten während der Pfingstfeiertage in Scharen durch die Anlage, genossen den Sonnenschein im Grünen. Doch seit dem frühen Samstagmorgen  liegt etwas beklemmendes in der Luft. Die Nachricht von der Gruppenvergewaltigung einer Frau ging wie ein Lauffeuer durch die Landeshauptstadt, macht die Düsseldorfer fassungslos.

Von Tätern fehlt jede Spur

Es war um 4.45, als  die  Wuppertalerin nach einem Discobesuch in der Altstadt mit einer anderen Frau in den Hofgarten ging. In Höhe einer Baustelle am Hofgartenausgang an der Inselstraße kam das Duo mit zwei bis drei etwa 25-jährigen Männern nordafrikanischen Aussehens ins Gespräch. Schließlich wurde die 51-Jährige von den Männern gepackt und brutal vergewaltigt. Nach der Horrortat, flüchtete die Frau in ein angrenzendes Hotel. Von der anderen Frau und den Tätern fehlt bislang jede Spur.

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Im Januar verging sich ein irrer Macheten Mann   am Unterholz, damit „Homosexuelle sich nicht darin vergnügen können“.

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Florian Jocham

Raub, Randale, Diebstahl

Die Vergewaltigung ist bislang der traurige Höhepunkt in der Kriminalgeschichte des Hofgartens. Im Januar machte ein irrer Macheten-Mann von sich reden, der in der Parkanlage mit seiner Waffe wütete. Er holzte ganze Gebüsche ab, damit „sich in ihnen keine Homosexuellen vergnügen können“.

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Margarete Bonmariage  an ihrem  Häschen im Hofgarten. Immer wieder klauen Metalldiebe die Regenrinnen.

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Florian Jocham

Im März wurde eine 83-jährige Rollstuhlfahrerin und ihr 77-jähriger Begleiter von einem Handtaschenräuber überfallen.  Neben Vergewaltigern und Räubern sind auch Diebe unterwegs: Am Häuschen von „Schwanenmutter“ Margarete Bonmariage  machen sich immer wieder Metalldiebe zu schaffen, montieren die Regenrinnen ab.

Notrufsäulen gefordert

„Kein Wunder, dass  nun nach der schlimmen Vergewaltigung erst recht die Angst im Hofgarten umgeht“, sagt Cordula Kaltenbach (31). „Es wird Zeit, dass hier endlich Notrufsäulen aufgestellt werden.“

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Linda Thewes schlägt Taxirabatte für Frauen vor, damit diese wie in Bremen nachts nicht gezwungen sind, zu Fuß zu gehen.

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Nicole Gehring

Taxirabatte für Frauen

Linda Thewes (25) empfiehlt hingegen, den Hofgarten nachts prinzipiell zu meiden: „Als Altstadtkellnerin liegt der Hofgarten auf meinem Heimweg. Ihn nachts alleine zu durchqueren, ist allerdings Wahnsinn. Man sollte sich in Düsseldorf ein Beispiel an der Stadt Bremen nehmen. Dort bekommen Frauen nachts Taxi-Rabatt, damit sie nicht zu Fuß gehen müssen.“