Was ist wo drin? Das ist im Supermarkt auf den ersten Blick oft nicht zu sehen. Helfen könnte dabei in Zukunft der Nutri-Score – eine Art Lebensmittel-Ampel. Das Bundeskabinett hat grünes Licht für eine Verordnung von Ernährungsministerin Julia Klöckner gegeben.

Spätestens im November soll der Nutri-Score kommen. Der bezieht sich darauf, wieviel Zucker, Fett und Salz das Produkt hat – aber auch welche Ballaststoffe und Proteine drin sind. Das Ganze wird dann in einer fünfstufigen Skala zusammengefasst. Ein A auf dunkelgrünem Feld ist am besten – ein rotes E am schlechtesten. Das Ergebnis soll dann vorne auf der Verpackung stehen, um den Kunden direkt bei der Einordnung zu helfen – ob ein Lebensmittel gesund oder ein Dickmacher ist. Hinten auf der Verpackung findet man dann weiter die Tabelle mit den einzelnen Nährwerten. Einige Hersteller haben das Label auch schon auf ihre Verpackungen gedruckt, wie etwa Nestlé, Dr. Oetker oder auch Iglo.

Kritik von Experten an der Nutri-Score-Ampel

Das die Ampel erstmal nur freiwillig ist, sorgt bereits im Vorfeld für Kritik. Foodwatch zum Beispiel meint, dass das Mist ist. Denn einige Hersteller würde diese Kennzeichnung nicht freiwillig verwenden. Vor allem nicht, wenn sie eher ungesunde Produkte im Angebot hätten. Da suche man das Label oft vergebens, heißt es. Oft würden die Hersteller den Score zum Beispiel nur auf ihre Bio-Produkte packen. Auch die Verbraucherzentralen sagen, damit der Nutri-Score Sinn macht, muss er flächendeckend kommen. Nur dann könnten die Kunden auch vergleichen. Klöckner wehrt sich gegen die Kritik und gibt Brüssel die Schuld. Eine verpflichtende Kennzeichnung sei auf nationaler Ebene nach EU-Recht nicht möglich.